Erasmus: Nachhaltiger Schüleraustausch mit Estland

Im Rahmen eines nachhaltigen Erasmus+-Projektes reisten Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums der BBS II Stade vom 16. bis 20. März 2026 zur estnischen Partnerschule „Järvamaa Kutsehariduskeskus“ nach Paide. Dort arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam an einem Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) weiter. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die Nachhaltigkeitsziele SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ sowie SDG 4 „Hochwertige Bildung“.

Ein zentraler Schwerpunkt des Austausches war die Frage, wie Menschen ihre natürliche Umwelt wahrnehmen und schützen können. Unser Alltags-Erleben entfremdet sich zunehmend von der natürlichen Umwelt. Umso wichtiger ist es daher, Natur bewusst wahrzunehmen und schließlich Verantwortung zu übernehmen. Unter dem Leitgedanken „Was man schätzt, das schützt man auch!“ erkundeten die Jugendlichen gegenseitig ihre Lebensräume und präsentierten ihre Heimatregionen mit dem Fokus auf Landschaft, Natur und Umwelt.

Stader Schülergruppen zeigten Bilder der Obstbauplantagen und Höfe im Alten Land, erläuterten die besondere Lage an der Elbe und die Vielfalt Norddeutschlands vom Moor bis zum Harz. Die estnischen Gastgeber zeigten sehr eindrucksvolle Bilder von großen zusammenhängenden Naturschutzgebieten, die trotz der vergleichsweise kleinen Landesfläche möglich sind. Die Bevölkerungsdichte ist in Estland viel niedriger, als in Deutschland.

Besonders beeindruckend war die unmittelbare Begegnung mit der estnischen Natur. Bei Wanderungen durch das Sumpf-Naturschutzgebiet Soomaa entdeckten die Jugendlichen Biberspuren an Bäumen und erfuhren im Naturschutzzentrum Biodiversität hautnah: Hier waren typische Tiere und Pflanzen im Modell ausgestellt, ergänzt durch Ansichten in 3-D-Brillen. Abgerundet wurde das Erleben von Natur durch den Besuch des zweiten Schulstandortes der Partnerschule, an dem Berufe aus dem Agrarbereich ausgebildet werden. Dort besichtigten die Jugendlichen Pferdeställe, das weitläufige Gelände mit Gartenanlagen und Bauhallen und arbeiteten gemeinsam mit estnischen Schülergruppen an kniffligen Rechenaufgaben, z. B. zum Bau eines Fundaments einer Blockhütte.

Neben dem Thema Klimaschutz spielte auch der interkulturelle Austausch eine wichtige Rolle und knüpfte direkt an das Nachhaltigkeitsziel SDG 4 „Hochwertige Bildung“ an.

Die gemeinsame Sprache war Englisch, sodass die Schülerinnen und Schüler ihre Fremdsprachenkenntnisse anwenden mussten und stolz erlebten, dass es viel besser klappte, als erwartet. Gleichzeitig sammelten sie wertvolle Erfahrungen im Umgang mit kulturellen Unterschieden. Zum Beispiel bemerkten manche die zurückhaltendere Art der estnischen Begrüßung. Auch die ungewohnt ruhige Atmosphäre in estnischen Straßen und Supermärkten fiel der deutschen Gruppe auf.

Sie analysierten diese Beobachtungen mithilfe des Modells der Kulturdimensionen und diskutierten engagiert über kulturelle Prägungen und unterschiedliche Verhaltensweisen mit ihren estnischen Austauschpartnern.

So verband der Austausch Umwelterleben und internationale Verständigung auf eindrucksvolle Weise und ist ein guter Baustein der nachhaltigen internationalen Schul-Partnerschaft. Der nächste gegenseitige Austausch wird bereits geplant.

Text und Fotos: S. Stellamanns-Wramba