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Projekt Transgender

„Mensch ist Mensch! TransWas?“

Unter diesem Titel haben sich die zwei Schülerinnen Jennifer Nitzschke, Gina Poppe und der Schüler Jan Fillies der Klasse der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten R83 im Rahmen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit dem heiß diskutierten Thema „Transgender“ auseinandergesetzt.

Vor zwei Schulklassen der BBS II Stade und der Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber hielten sie am 5. Juni 2019 einen Vortrag über dieses Thema und sprachen sich für ein vielfältiges Miteinander mit Menschen jeglichen Geschlechts aus: „Geschlecht ist ein Spektrum mit vielen Möglichkeiten zwischen den beiden Polen männlich und weiblich. Nur weil man anders ist, ist man nicht falsch. Mensch ist Mensch,“ so Gina.

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Die Referentinnen Gina Poppe, Jennifer Nitzschke und der Referent Jan Fillies sowie Bürgermeisterin Silvia Nieber und stellv. Schulleiter Hauke Peyn

Sie legten viele verschiedene Facetten der fließenden Geschlechtlichkeit dar: Neben zahlreichen Informationen zu häufig gestellten Fragen zu Intersexualität und der Thematisierung in Filmen, stellten sie die Meinung lokaler Politiker zum Thema Transgender auf einem Imageboard dar und veröffentlichten die selbst durchgeführten Interviews mit der Landtagsabgeordneten Tessa Ganserer (MdL, Grünen Fraktion im bayerischen Landtag) und der Sportlerin Sarah Dederscheck (SV Ottensen). Beide berichten von ihrem Alltag als transgender Personen und plädieren dafür, zu sich zu stehen, zeigen aber auch die Herausforderungen in der Gesellschaft dar. Transsexualität als Vielfalt wahrzunehmen, ist eine Forderung und leider keine Selbstverständlichkeit, die bereits im Alltag aller angekommen ist. So ist erst seit Kurzem Transsexualität von der WHO nicht mehr als psychische Krankheit klassifiziert. Facebook hingegen gibt 60 Geschlechtsoptionen zur Auswahl, hier scheint die Vielfalt gelebt zu werden. Aber auch diese Auswahl kann zu kurz greifen. „Auf die Frage, wie viele Geschlechter es gibt, gibt es keine einfache Antwort, denn das eigene Geschlecht fühlt sich für jeden Menschen anders an,“ sagt Jan und Jennifer ergänzt: „Stellt euch Geschlecht wie ein Sonnensystem vor, das finden wir noch schöner.“ Die Gesellschaft ist weitaus schneller als die Bürokratie, das sieht man an der Akzeptanz im direkten Miteinander bei gleichzeitigen Papierkrieg.

Trotz aller Herausforderungen berichtet Sportlerin Sarah in dem von den Schülerinnen und Schülern verschriftlichten Interview von der durchweg positiven Reaktion ihres Umfeldes, ob privat oder auf dem Spielfeld. Auch Tessa spricht von ausnahmsloser Zustimmung nach ihrem Outing.

Und so rufen die Schülerinnen und Schüler der R83 auf, darüber nachzudenken, dass es nicht immer feste Geschlechterkategorien gibt. „Wir sind alle Menschen. Ist doch egal, welches Geschlecht wir haben. Die Hauptsache ist doch, wir fühlen uns wohl und werden mit Respekt behandelt – genau so, wie wir sind.“ TransWas? Ach was – Mensch ist Mensch.

verfasst von Stephanie Wiskow